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Rotaviren bei Kleinkindern

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Vier bis acht Tage können lang werden. Sehr lang. Vor allem dann, wenn auch die Nacht zum Tag wird, weil sich das eigene Kind mit einem Rotavirus angesteckt hat und unter Erbrechen, starkem Durchfall und oft auch Fieber leidet.

Knapp eine Woche dauert eine Rotavirus-Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern; und die Hochsaison für die Erkrankung steht jetzt bevor. Denn zwischen Oktober und April erkranken erfahrungsgemäß die meisten Kleinkinder. Rotaviren sind die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Berlin (RKI) erkrankten im Jahr 2012 insgesamt 34.547 Menschen am Rotavirus. Am häufigsten erkranken Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgeprägt genug, um ausreichend resistent zu sein. Bis zum fünften Lebensjahr haben sich fast alle Kinder schon einmal mit Rotaviren infiziert, so das Robert Koch-Institut. Wegen des sehr hohen Infektionsrisikos sind auch gute hygienische Bedingungen kein hundertprozentiger Schutz gegen eine Rotavirus-Infektion. Zu vielfältig sind die Ansteckungsmöglichkeiten in der Krabbelgruppe, beim Spielen oder durch einfache Übertragung per Schmierinfektion auf Türklinken oder beim Händedruck der Eltern. Der Name Rotavirus leitet sich von lateinisch „rota“ ab, denn das Virus sieht unter dem Elektronenmikroskop aus wie ein Rad. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage, wobei ein schwerer Krankheitsverlauf nur durch eine Schluckimpfung sicher verhindert werden kann.

Hoher Flüssigkeitsverlust

Ist das Kind an einer Rotavirus-Infektion erkrankt, äußert sich das vor allem in starkem Brechdurchfall mit bis zu 20 Durchfallattacken am Tag, Bauchschmerzen und nicht selten auch Fieber. Eine antivirale Therapie ist nicht möglich. Umso mehr muss den Auswirkungen der Erkrankung entgegengewirkt werden. Wichtig ist dann, dass das Kind viel trinkt, da der Körper aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes schnell dehydriert, also auszutrocknen droht. Eltern sollten dann dem Kind zucker- und salzhaltige Elektrolytlösungen aus der Apotheke einträufeln. Zwischen jeder Gabe sollte fünf bis zehn Minuten gewartet werden. Hält der Durchfall länger als 24 Stunden an, kommen beim Weinen kaum noch Tränen, sind die Lippen trocken und sieht das Kind fahl und schlaff aus, sollte unbedingt ein Kinderarzt aufgesucht werden, der das Kind gründlich untersucht. Wenn der Flüssigkeitsverlust zu groß ist, kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden, um das Kind zu stabilisieren. Im Jahr 2009 musste knapp die Hälfte der betroffenen Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren im Krankenhaus behandelt werden. Tödliche Verläufe sind allerdings eher in Entwicklungsländern zu finden. In Deutschland liegt die Zahl der Todesfälle laut Robert Koch-Institut bei 0,1 Prozent.

Immunisierung

Seit Juli 2013 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die routinemäßige Rotavirus-Impfung von unter sechs Monate alten Säuglingen. Eine Schluckimpfung schützt die Kleinen insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen, stationäre Behandlungen werden nach einer Studie durch die Impfung nahezu gänzlich verhindert. Den Kindern wird der Impfstoff gegen Rotaviren je nach Hersteller in zwei (beziehungsweise drei) Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen in den Mund geträufelt und sollte spätestens mit einem Alter von 12 Wochen begonnen werden. Dabei ist es wichtig, dass die Impfreihe je nach verwendetem Impfstoff bis zur 24. (beziehungsweise 32.) Lebenswoche abgeschlossen ist. Zusätzliche Arzttermine fallen nicht an, die Grundimmunisierung, die für eine Dauer von etwa zwei bis drei Saisons besteht, kann im Rahmen der üblichen kinderärztlichen Untersuchungen beziehungsweise zusammen mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden.

Quellen & Infos: www.rki.de

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